Strategien und Lösungen für eine sichere und effiziente mobile Organisation
Secure Home Office
Mobile Infrastrukturen sowohl effizient als auch sicher zu betreiben, ist eine große Herausforderung für die IT. Dabei gilt es, vielfältige personelle, prozessuale und technologische Fragen zu beantworten und eine optimale Balance zwischen IT Security, Kosten, Funktionsfähigkeit und Flexibilität zu gewährleisten.
Home Office: Die größten IT-Sicherheitsrisiken
1. Private Systeme und Netzwerke
Für die Arbeit im Home Office werden häufig private Systeme eingesetzt, die den IT-Security-Standards nicht genügen und nicht professionell administriert werden. Aber auch Lösungen, die ausschließlich zu beruflichen Zwecken im Home Office verwendet werden, befinden sich teilweise in nicht ausreichend abgesicherten Netzwerken.
2. Drittanbieterplattformen
Externen Systemen und Plattformen, die z. B. für Videokonferenzen genutzt werden, werden immer wieder Sicherheitslücken und unzureichende Datenintegrität nachgewiesen. Eine hohe Transparenz, die notwendig ist, um die Sicherheitsvorkehrungen der Anbieter zu beurteilen, ist dabei nicht immer gegeben.
3. Improvisierte Workflows
Viele Organisationen haben wenig Erfahrung mit mobilen Infrastrukturen und angemessenen Workflows. Das betrifft insbesondere die Trennung zwischen privaten und Unternehmensdaten bei Austausch, Bearbeitung und Speicherung. So können Angreifer Daten korrumpieren, infizieren, oder Informationen unbemerkt abschöpfen.
4. Unsichere Remote Desktop Software
Um die unkontrollierte Nutzung privater Systeme zu vermeiden und die getrennte Datenhaltung zu gewährleisten, setzen viele Unternehmen auf Remote-Desktop-Lösungen. Dabei zählen diese zu den häufigsten Einfallstoren für Angreifer, insbesondere durch schwache und selten gewechselte Passwörter.
5. VPN-Nutzung über private Endgeräte
Virtual Private Networks (VPN) sind ein bewährter Ansatz, um kritische Daten zu schützen. Wenn jedoch kein Firmengerät zur Verfügung steht und der VPN-Zugang von einem privaten Rechner erfolgt, öffnet sich ein Angriffskanal. Ist der private Rechner kompromittiert, erhält der Angreifer über das VPN Zugang in das Firmennetz.
Ist der Absprung von einem Home-Office-System in das Unternehmensnetz geschafft, agiert der Angreifer wie ein interner Nutzer. Sabotageaktionen, Datenmanipulation und Datendiebstahl sind dann erheblich einfacher erfolgreich zu realisieren als bei Angriffen von außen.
Carsten Arzig,IT-Sicherheitsexperte, genua GmbH
Die wichtigsten Hebel für das Secure Home Office
Bei der Absicherung von Arbeitsplätzen im Home Office gegen Cyberangriffe müssen organisatorische Strukturen, Verhaltensregeln und technologische Lösungen nahtlos ineinandergreifen.
1. Transparenz & Governance
Eine umfassende Home Office Security Governance setzt auf klar festgelegte Prozesse für die regelmäßige Kontrolle der Kommunikation, Datenträger und Endgeräte und definiert Verschlüsselung, Viren-ScanSysteme, Authentifikation und Firewalls. Und sie schafft Transparenz über Qualifikationen, Zertifizierungen und Referenzen der IT-Partner.
2. Strategie & Mindset
Um flexibles Arbeiten zum integralen Teil der Organisation zu machen, müssen Updates an Prozessen und Technologien von einem kulturellen Wandel begleitet werden, der die Mitarbeiter für Sicherheitsrisiken durch Hacker-Angriffe, Spionage und Social Engineering sensibilisiert.
3. Secure Remote Desktop
Eine kosteneffiziente Möglichkeit zur Trennung von Unternehmens- und Privatdaten bieten RemoteDesktop-Lösungen mit Multifaktor-Absicherung. So können Mitarbeiter auf dem Firmenrechner Daten bearbeiten und ausdrucken oder Mails lesen, ohne hohen Sicherheitsrisiken ausgesetzt zu sein.
4. Secure VPN
Ein mit dem Unternehmensnetz verbundenes VPN, auf das vom Home Office aus über einen geschützten Firmenrechner zugegriffen wird, bietet hohen Schutz und eine konsequente Datentrennung. Damit die Interaktion mit dem potenziell kompromittierten privaten Netzwerk ausgeschlossen werden kann, sollte entweder ein tief integriertes VPN realisiert werden, oder ein für hohe Sicherheitsanforderungen (etwa Geheimhaltungsgrad VS-NfD) zugelassenes Hardware-VPN.
Lösungen zur sicheren Anbindung mobiler Anwender
genusecure Suite für VS-NfD-konformes, mobiles Arbeiten bzw. Remote Work ohne Abstriche bei Bedienbarkeit und Flexibilität
Ecos SecureBootStick [SX] Plug & Play-Sicherheitslösung für flexible Telearbeit im Geheimschutzbereich
iPhone-/iPad-Anbindung für mobiles Arbeiten via iOS Devices mit VS-NfD-Zulassung
Secure Home Office: Top-Prioritäten für die IT-Sicherheit
Multifaktor-Authentifizierung erweitern Mitarbeiter im Home Office sollten eine Multifaktor-Authentifizierung für den Zugriff auf Netzwerke und kritische Anwendungen verwenden können.
Netzwerk segmentieren Das Netzwerk nach dem Prinzip „Zwiebelschalen" in kritische und weniger kritische Bereiche unterteilen.
Sicherheitsbewusstsein schärfen Kritische Dienste vorkonfigurieren und Mitarbeiter mit klarer Kommunikation über Risiken informieren.
VPNs strikt trennen Einem via VPN mit dem Unternehmensnetzwerk verbundenen Gerät keinen gleichzeitigen Zugriff auf das ungeschützte lokale Netz bzw. das Internet gewähren.
Teilnehmer in Online-Meetings identifizieren Zu Beginn von Videokonferenzen sicherstellen, dass nur eingeladene Teilnehmer zugeschaltet sind.
Patching für kritische Systeme sicherstellen Möglichst kurze Patch-Zyklen für Systeme wie das VPN und den Endpunktschutz einrichten.
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